Warum mich das Maichinger Feuerwehrfest meine Lebensziele überdenken lässt
Dieses Wochenende war das große Feuerwehrfest in Maichingen, dem Ort, in dem Hannah, Luka und ich groß geworden sind. Hannah und Pascal (ganz bald Hannahs Mann), haben dieses Fest mit vielen anderen auf die Beine gestellt und seit Monaten auf dieses Wochenende hingefiebert: Festzelt, Biergarten, Konzerte, Umzug, Ausstellung, Rummel, Gottesdienst,.... Ich meine insgesamt waren über 800 Helfer im Einsatz. Es war ein wunderschön und sehr beeindruckend.
Letzte Woche war ich noch bei Hannah und Pascal zu Hause und die Wohnung war voll mit ausgedruckten Excel-Tabellen, Schichtplänen und tausend Dingen, die noch organisiert werden mussten. Die beiden (und natürlich ganz viele andere) haben sich in ihrer Freizeit und sogar im dafür genommenen Urlaub (!) eingesetzt, dass dieses Wochenende so stattfinden konnte. Ein Fest, das, so wie ich es wahrnehme, uns allen in Maichingen richtig gut getan hat.
Darüber habe ich viel nachgedacht. Dieses sich Zeit für andere nehmen, sich Zeit für Ehrenamt nehmen, inspiriert mich. Ich finde es sehr erstrebenswert, das eigene Leben so zu gestalten, dass man Kapazitäten für genau solche Dinge hat. Für Ehrenamt, für unsere Gesellschaft, für das Miteinander im Ort, aber genauso auch für Freunde und Familie, also für das eigene Dorf, das Unterstützung braucht.
Von klein auf habe ich mitbekomme, dass Ehrenamt ein hoher Wert ist. Gleichzeitig habe ich in den letzten Jahren oft gesagt habe: Ich habe keine Zeit dafür. Aber eigentlich war das eher ein: Ich nehme mir keine Zeit. Ich habe mich in viel anderes investiert: Studium, Jobs, Freundschaften, Beziehungen, auch Herzstärkend, was für mich selbst ja auch irgendwo eine Mischung aus Hobby, Freundschaftszeit, Ehrenamt und Unternehmen führen ist. Ich hab mich viel in anderes, mir auch sehr wichtiges, investiert.
Irgendwie fehlt mir aktuell auch die örtliche oder persönliche Verankerung zu einer Organisation, in der ich mich einbringen mag. Das vermisse ich. Ich finde, das ist auch eine große Herausforderung, wenn man fürs Studium wegzieht und in seinen Zwanzigern viel umzieht: Das man den eigenen "Ort" in den man sich investiert, nicht so kennt.
Dieses Wochenende hat mich auf jeden Fall inspiriert, und Hannah und Pascal sind mir darin ein großes Vorbild. Ich will mehr darüber nachdenken, wo und wie ich wieder meinen Platz im Ehrenamt und vor allem in der Jugendarbeit finden kann, weil ich darin einen riesigen Schatz sehe und früher selbst so unfassbar viel davon profitiert habe und jetzt gerne etwas zurückgeben möchte.
